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Dokumentation der Besonderen Therapierichtungen und Natürlichen Heilweisen in Europa in 8 Büchern, ca. 3800 Seiten  -  ZDN,FFB,VGM-Verlag.

Gespräch mit Dr. med. Klaus-Peter Schlebusch, Vorsitzender des Zentrums zur Dokumentation von Naturheilverfahren (ZDN) in Essen am 30. August 2011                                                                            

Teil1:
http://dl.astrologiedhs.de/vonabisw/zdn/zdn1.mp3

Teil 2:                                                                                                                                   

http://dl.astrologiedhs.de/vonabisw/zdn/zdn2.mp3 

 

http://www.naturheilverfahren.vonabisw.de/

http://www.zvab.com/basicSearch.do?anyWords=Dokumentation+der+Besonderen+Therapierichtungen+und+Nat%FCrlichen+Heilweisen+in+Europa&author=&title=&check_sn=on

Literatur zum Problem der Randomisierten Doppelblindstiudien:

   
Kienle, Gerhard: Der Wirksamkeitsnachweis für Arzneimittel - ISBN:  9783878389514 (früher: 3878389515)  -  Verlag Urachhaus, 1983


Doppelblindstudien, der unbekannte Agent  - Doppelblindstudien sind ein Thema, welches in der Bevölkerung weitgehend unbekannt ist und welchem die Medien wenig Aufmerksamkeit schenken. -  Dennoch beeinflussen uns Doppelblindstudien in starkem Maße, da die Hersteller von Arzneimitteln gezwungen sind, diese vor der Zulassung in sog. klinischen Versuchen, also in Versuchen am Menschen, zu erproben. -  Die Methode der Erprobung ist die Doppelblindstudie, welche als Gold-Standard, also als Methode der Wahl, angesehen wird. - Im nachfolgenden pdf-Text wird dargelegt, daß diese Methode, dieser vermeintliche „Gold-Standard“, schon in der Grund-Idee, aber auch in der praktischen Anwendung und vor allem in den Konsequenzen völlig unhaltbar ist.


http://www.doppelblindstudien-kritik.de/


http://d.mp3vhs.de/vonabisw/k2/k34.pdf


Prof. Dr. Dr. Harald Walach

http://harald-walach.de/methodenlehre-fuer-anfaenger/12-vitamine-ueber-die-unmoeglichkeit-die-wichtigsten-dinge-im-leben-in-studien-untersuchen-zu-koennen/

 

Alternativen zur Randomisierten Doppelblindstudie (RCT) = der echte Goldstandard: 


http://www.ifaemm.de/F5_publi.htm  - 


Insbesondere:  Helmut Keine:  Komplementäre Methodenlehre der klinischen Forschung


http://d.mp3vhs.de/vonabisw/CpD/CpD3.pdf


http://d.mp3vhs.de/vonabisw/Kiene/K1.pdf  -  

http://d.mp3vhs.de/vonabisw/Kiene/K2.pdf  -  

http://d.mp3vhs.de/vonabisw/Kiene/K3.pdf

http://d.mp3vhs.de/vonabisw/Kiene/K4.docx -  - 

http://d.mp3vhs.de/vonabisw/Kiene/K5.docx -

http://d.mp3vhs.de/vonabisw/Kiene/K6.docx - 

http://d.mp3vhs.de/vonabisw/Kiene/K7.docx -


Fragen zum Studiendesign in der Komplementärmedizin:


http://d.mp3vhs.de/vonabisw/KM/KM1.pdf


http://d.mp3vhs.de/vonabisw/KM/KM2.pdf


http://www.naturheilverfahren.vonabisw.de/


Dokumentation der besonderen Therapierichtungen und natürlichen Heilweisen in Europa
http://www.naturheilverfahren.vonabisw.de  - 

Lieferbar beim ZVAB:  -  http://www.zvab.com/basicSearch.do?anyWords=Dokumentation+der+besonderen+Therapierichtungen+und+nat%FCrlichen+Heilweisen+in+Europa&author=&title=&check_sn=on  - 
INHALTSVERZEICHNIS: Vorwort des Herausgebers (S. 1) von Prof. Dr. Heinz Sahner, Lüneburg; Vorwort des Auftraggebers (S. 3) von Regierungsdirektor Volker H. Schendel, Hannover; Vorwort des Auftragnehmers (S. 5) von Dr. med. Klaus-Peter Schlebusch, Essen. Teil 1: Allgemeines - 1. Die Bedeutung des Menschenbildes für die Medizin: Eine medizinhistorische Betrachtung (S. 9) von Dr. med. Karl Buchleitner, Pforzheim: 2. Zur wissenschaftlichen und gesundheitspolitischen Lage der Naturheilmittel in der Bundesrepublik Deutschland und in der Europäischen Gemeinschaft (S. 23) von Rainer Burckhardt, Herdecke; 3. Ausbildung in Naturheilverfahren im Modellversuch: Zwischenbericht zum Projektversuch 'Münchener Modell' an der Ludwig-Maximilians Universität München (S. 67) von Dr. med. Dieter Melchart, München; 4. Der Standort der besonderen Therapierichtungen im deutschen Gesundheitswesen (Rechtsgutachten) (S. 99) von Prof. Dr. jur. Rüdiger Zuck, Stuttgart; 5. Leistungsstruktur alternativer Arztpraxen - eine gesundheitspolitische Analyse: Pilotstudie (S. 119) von Priv.-Doz. Dr. Michael v. Hauff, Stuttgart, Priv.-Doz. Dr. Rainer Prätorius und Cornelia Hahn; 6. Universitäre Aktivitäten, beispielhaft: Ganzheitliche Diagnostik- und Therapieverfahren in der Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg (S. 147) von Prof. Dr. med. Ingrid Gerhard, Heidelberg. Teil 2: Zu den Grundlagen der Naturheilverfahren - 1. Zu den Grundlagen der Naturheilverfahren (S. 155) von Dr. med. Johannes John, Baden-Baden; 2. Biologische Arzneimittel - Gesetzliche Möglichkeiten und Umsetzungsdefizite (S. 161) von der Arbeitsgemeinschaft für Biologische Arzneimittel (ABA), Garbsen; 3. Naturheilverfahren im Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren (S. 169) vom Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren e.V. (ZÄN), Freudenstadt; 4. Eine Erklärung zur Arzneimittelverwendung im Bereich der Naturheilverfahren (S. 187) von Prof. Dr. med. Dipl-Chem. Lucius Maiwald, Würzburg; 5. Die Heilpraktiker in Europa (S. 195) von Karl F. Liebau, Bad Kissingen. Teil 3: Besondere Therapierichtungen - (Die an dieser Stelle nicht aufgeführten Therapieverfahren finden sich in Band V.) 1. Anthroposophische Medizin (S. 215) von Dr. med. Michaela Glöckler, Dornach, Schweiz, Dr. med. Jürgen Schürholz, Filderstadt, Dr. med. Markus Treichler, Filderstadt; 1.1 Therapie mit Bothmer-Gymnastik (S. 337) von Christiane von Blücher-Osterhues, Stuttgart; 2. Homöopathie 2.1 Klassische Homöopathie (S. 343) von Dr. med. Gotthard Behnisch, Detmold, Stefan Büttner, MA, Hannover, Dr. med. Anton Drähne, Bonn, Gerald Niedeggen, Detmold, Dr. med. Stefan Preis, Detmold, Lidija Rukavina, Detmold, Dr. med. Udo H. Schamell, München, Gisela Steinhoff, Detmold, Friederike Stratmann, Detmold, Dr. med. Max Tiedemann, Celle, Dr. med. Manfred Freiherr von Ungern-Sternberg, Detmold, Dr. med. Vidyadhar Vaidya, Detmold; 2.2 Komplexmittelhomöopathie (S. 495) von Adolf Ersfeld, Köln und Dr. rer. nat. Gottfried Hahn, Köln; 2.3 Kausale REGENA-Ganzheits-Zell-Regenerations-Therapie nach C.G. Stahlkopf (S. 523) von Dr. med. Heinrich Nehus, Kreuzlingen und Univ. Prof. Prim. Dr. med. Helmuth Denck, Wien; 2.4 Antihomotoxische Therapie (S. 547) von Dr. med. Johannes John, Baden-Baden; 2.5 Isopathie, Nosoden -2.5.1 Isopathie - Die Grundlage der causalen Diagnose und Therapie (S. 591) von Dipl.- Ing. Friedrich Ochsenreither, Karlsruhe, 2.5.2 Nosodentherapie (S. 603) von Dr. med. Schimmel, 2.6 Kritisch-wissenschaftliche Homöopathie: Besonderheiten und Ausgewählte Ergebnisse der Forschung in der Homöopathie (S. 613) von Dr. med. Marco Righetti, Zürich, Schweiz. 3. Phytotherapie - 3.1 Zur Therapie mit 'Phytotherapeutischen Kombinationspräparaten' (S. 623) von Dr. med. Hans-Jürgen Scheune, Badenweiler, 3.2 Phytotherapie (S. 663) von Prof. Dr. med. Dipl.-Chem. Lucius Maiwald, Würzburg, 4.Kombinations- und Komplexpräparate (S. 685) von Prof. Dr. med. Dipl.-Chem. Lucius Maiwald, Würzburg, 4.1 Spagyrik (S. 727) von Prof. Dr. med. Dipl.-Chem. Lucius Maiwald, Würzburg, 5. Enzymtherapie (S. 731) von Dr. med. Rudolf Inderst, Geretsried. Teil 4: Kneipp-Therapie (S. 761) von Dr. med. W. Brüggemann, Bad Wörishofen, Prof. Dr. med. W. Müller-Limmroth, München und Dr. med. Dr. rer. Nat. B. Uehleke, Bad Wörishofen. Autorenverzeichnis (S. 835).  -  Zu Gast im Studio am 15. Juni 2012   -  Prof. Dr. Dr. phil. Harald Walach  -  vom Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften:  -  Gesundheit aus dem Blickwinkel der Kulturwissenschaften; Kultur der Medizin und Medizin der Kulturen; Gesundheit und Krankheit im historischen und globalen Kontext u.v.m.  - 

http://dl.astrologiedhs.de/vonabisw/imstudio/walach.mp3


https://www.thieme.de/de/zeitschrift-komplementaermedizin/profil-8058.htm


http://www.diekomplementaermediziner.de/


http://www.netdoktor.at/therapie/komplementaermedizin-8640


Gerne vergleicht man die beiden Richtungen mit einem Geschwisterpaar. Den Bruder - das männliche Prinzip - verkörpert hierbei die Schulmedizin. Sie beschränkt sich oftmals auf die Erfassung von naturwissenschaftlichen, objektiv messbaren Daten und die Behandlung von Symptomen. Dieses lineare Ursache-Wirkung-Prinzip führt aber häufig zur Vernachlässigung individueller Bedürfnisse. In der Auseinandersetzung mit dem Objekt und der stetigen Reproduzierbarkeit der Ereignisse - nur so sind Forschungsergebnisse überall auf der Welt für jeden Arzt nachvollziehbar - liegt die Stärke, aber zugleich auch die Schwäche der Schulmedizin. Letzteres, weil der Patient in zunehmendem Maße eine Miteinbeziehung seiner subjektiven Empfindungen verlangt.


Worin unterscheiden sich Schul- und Komplementärmedizin?


Die komplementären Methoden - als Schwester das weibliche Prinzip verkörpernd - schließen bei unterschiedlichen Schwerpunkten der einzelnen Methoden in ihrem Weltbild hingegen auch individuelle, energetische, psychische und geistige Aspekte mit ein. Doch hier liegt wiederum in der Stärke auch die Schwäche. Durch die Betonung der Subjektivität sind komplementärmedizinische Maßnahmen nicht immer objektiv nachvollziehbar, nicht reproduzierbar, in ihrer Wirkung nicht messbar und somit zumeist auch nicht beweisbar.


Dies legt den Schluss nahe, dass sich diese beiden Weltbilder - im Sinne und zum Wohle des Patienten - wie Bruder und Schwester ergänzen (sprich: komplementieren) und nicht kategorisch ausschließen sollten. So war die Pflanzenheilkunde einst Schulmedizin und wird jetzt zunehmend wieder in diese integriert.


Was sind komplementärmedizinische Methoden?


Unter diesen Begriff werden sehr unterschiedliche Methoden zusammengefasst, die als gemeinsamen Nenner die individuelle (patientenspezifische) Sichtweise und die Bewährung in der Praxis beinhalten. Der letztgenannte Punkt spiegelt sich auch im häufig verwendeten Begriff Erfahrungsheilkunde wider. Deutlich wird dies in Methoden, die schon seit über tausend Jahren angewendet werden, wie etwa die traditionelle chinesische Heilkunst oder die Phytotherapie (Pflanzenheilkunde). Durch aufmerksame Beobachtung der Natur und das Erkennen von Heilungsmustern wurden altbewährte Systeme aufgebaut, die sich der Messbarkeit mittels schulmedizinischer und wissenschaftlicher Methoden entziehen.


Andere Methoden wie Bachblüten-Therapie, Bioresonanz oder Biofeedback sind in ihrer Entwicklung jüngeren Datums und haben somit das Manko eines doch deutlich verkürzten Beobachtungszeitraums ihrer Bewährtheit.


Die Regulationsmedizin ist ein weiterer zentraler Begriff bei komplementären Methoden. Er verdeutlicht, dass nicht die "Reparatur" des menschlichen Körpers im Vordergrund steht, sondern vielmehr die Anregung eigener Regulationsmechanismen (Selbstheilungskräfte).


Der häufig verwendete Begriff Alternativmedizin sollte jedoch eher vermieden werden, da diese Methoden nicht als Alternative, sondern als Ergänzung betrachtet werden.
Bei welchen Erkrankungen ist eine solche Behandlung sinnvoll?


Es gibt nicht "die Erkrankung", die prädestiniert ist, mit Hilfe komplementärer Methoden behandelt zu werden. Es gibt jedoch Krankheiten mit bestimmten Charakteristika, die es durchaus sinnvoll erscheinen lassen, diese aus einem alternativen Blickwinkel zu betrachten. An erster Stelle stehen hier Erkrankungen aus dem so genannten funktionellen Formenkreis. Dies sind Störungen, bei denen gewisse Organe oder Systeme nicht ausreichend "funktionieren", obwohl ein "objektiver" Befund (wie Blutveränderungen o. ä.) nicht erfassbar ist.


Voraussetzung ist natürlich die ausreichende Forschung nach objektivierbaren Befunden. Das heißt, es muss der Diagnose eine gründliche ärztliche Untersuchung vorangestellt werden. Funktionelle Symptome werden auch als Befindlichkeitsstörungen bezeichnet. Dieser Begriff macht deutlich, dass es sich meist um Symptome handelt, die unser Befinden stören, aber aufgrund der fehlenden objektiven Befunde häufig keinem Krankheitsbild zugeordnet werden können. Da sich die Schulmedizin in ihrem therapeutischen Ansatz auf diese objektivierbaren Befunde stützt, ist sie in solchen Fällen oft hilf- und ratlos. Beispiele hierfür können etwa Schlaf- und Verdauungsstörungen sowie Erschöpfungszustände oder Kopfschmerzen sein.


Die meisten komplementärmedizinischen Methoden stellen das subjektive Befinden in den Vordergrund und bauen ihr therapeutisches Vorgehen auf diese Symptomatik auf. Auch wenn man die Wirksamkeit mancher Behandlungen anzweifeln mag, muss man anerkennen, dass komplementäre Methoden Menschen mit Befindlichkeitsstörungen oft ernster nehmen und sich diese somit zumeist besser aufgehoben fühlen.


Auch bei Erkrankungen mit chronischen Verlaufsformen werden in zunehmendem Maße komplementäre Methoden beigezogen. Vielleicht nicht so sehr, weil hier eine Stärke dieser Heilmethoden liegt, sondern vielmehr, weil der Patient nach einer langjährigen "Tour" durch die Schulmedizin sein Glück in anderen, verständnisvolleren Heilmethoden sucht. In manchen Fällen kann auch ein veränderter oder erweiterter Blickwinkel (Einbeziehen des persönlichen Befindens und der individuellen Lebensweise) den Ausschlag geben, um einen chronischen Krankheitsverlauf zu verkürzen oder komplett zu unterbinden. Gerade im sehr sensiblen Bereich der chronischen Erkrankungen, wo man neben eher "einfachen" Krankheitsbildern (z.B. chronische Infekte oder Allergien) auch mit lebensbedrohlichen Krankheitsverläufen (z.B. Tumorerkrankungen) zu tun hat, werden im komplementärmedizinischen Bereich durch übertriebene Versprechungen manchmal falsche Hoffnungen geweckt und mit dem Vertrauen der Patienten unlautere Geschäfte betrieben.


Durchaus sinnvoll erscheint es aber, eine den individuellen Bedürfnissen des schwer erkrankten Patienten angepasste komplementäre Therapie als begleitende und unterstützende Maßnahme zu erwägen. Hier eröffnet sich ein Betätigungsfeld, in dem die Zahnräder der Schul- und Komplementärmedizin in gegenseitiger Unterstützung ineinander greifen können. Auf weitere Anwendungsgebiete wird bei der Beschreibung der einzelnen Methoden genauer eingegangen.
Sind komplementäre Heilmethoden immer ungefährlich?


Die Meinung, dass Methoden der Komplementärmedizin keinen Schaden anrichten können, ist weit verbreitet. Eigentlich tut man der Komplementärmedizin damit Unrecht, denn wenn man einer Methode bei unbedachter Anwendung keine Nebenwirkung zubilligt, spricht man ihr bei kompetenter Anwendung auch die Wirkung ab. Wo es eine Wirkung gibt, kann es auch zu Nebenwirkungen kommen. Auch im Fall der Komplementärmedizin gilt die Feststellung: Die Dosis macht das Gift! So kann beispielsweise eine zu intensive Akupunkturbehandlung oder Massage einen Kreislaufkollaps auslösen bzw. ein Zuviel an Kräutern zu unerwünschten Effekten führen. Darüber hinaus kann selbstverständlich jedes natürliche Produkt eine allergische Reaktion hervorrufen, vor allem dann, wenn es in konzentrierter Form, wie dies etwa bei ätherischen Ölen der Fall ist, eingenommen wird. Selbst Wechselwirkungen verschiedener Substanzen sind möglich (Johanniskraut vermindert z. B. die Wirkung der Anti-Baby-Pille).
Im weiteren Sinne werden komplementärmedizinische Methoden gefährlich, wenn Therapeuten - mit fraglicher medizinischer Kompetenz - in bereits durchgeführte schulmedizinische Abläufe eingreifen wollen. Leider passiert es immer wieder, dass sinnvolle schulmedizinische Therapien oder Diagnosegänge abgebrochen werden, weil sie nicht in das Weltbild des komplementärmedizinischen Therapeuten passen. Auch wenn das Konzept der Schulmedizin oft im Widerspruch zu den Methoden der Naturheilverfahren zu stehen scheint, ist es nie sinnvoll, vorangegangenes therapeutisches Handeln eigenmächtig abzubrechen und somit den Patienten in eine mitunter gefährliche Situation zu manövrieren. Ein Therapeut, der nicht die Kommunikation mit Vertretern anderer Methoden sucht bzw. diese sogar definitiv ausschließt, sollte eher gemieden werden.


Auswahl und kritische Bewertung der Methoden


Die Liste der in diesem Health Center vorgestellten Methoden ist nicht vollständig. Das kann sie auch nicht sein, denn so reichhaltig, wie die Welt an Kulturen und Philosophien ist, so vielfältig sind auch ihre Heilmethoden. NetDoktor hat für Sie versucht, die gängigsten komplementärmedizinischen Methoden darzustellen, ihre Stärken hervorzuheben und - abseits von Faszination und Verführung - ihre Nachteile und Risken aufzuzeigen. Die Länge der einzelnen Methodenbetrachtungen fällt dabei recht unterschiedlich aus, was keinesfalls eine Aussage über die Bedeutung des jeweiligen Verfahrens sein soll. Vielmehr erfordern manche Therapien zum klaren Verständnis ein vermehrtes Hintergrundwissen. Was die möglichen Anwendungsbereiche der einzelnen Methoden betrifft, so sind deren Vertreter vielfach überzeugt, dass ihre Heilkunst immer und überall anzuwenden ist. Auch dies wurde kritisch hinterfragt, um einzelne tatsächlich sinnvolle Indikationen herauszuarbeiten.


http://de.wikipedia.org/wiki/Alternativmedizin


Alternativmedizin


Alternativmedizin (auch: alternative Medizin) und Komplementärmedizin sind Sammelbezeichnungen für unterschiedliche Behandlungsmethoden und diagnostische Konzepte, die sich als Alternative oder Ergänzung zu wissenschaftlich begründeten Behandlungsmethoden verstehen, wie sie im Medizin- und Psychologiestudium gelehrt werden. Diese werden zur Abgrenzung auch häufig als Schulmedizin bezeichnet. Zu den alternativ- und komplementärmedizinischen Behandlungsmethoden gehören Naturheilverfahren, Körpertherapieverfahren, einige Entspannungsverfahren und Behandlungsmethoden wie Homöopathie, Osteopathie und Akupunktur. Die Wirkungen vieler alternativmedizinischer Therapien beruhen hauptsächlich auf Placeboeffekten.[1][2][3]
Inhaltsverzeichnis

Definition und Begriffsvarianten


Zurzeit existiert keine allgemein akzeptierte Definition von Alternativmedizin.[4] Eine Definition der Weltgesundheitsorganisation lautet: Die Begriffe Alternativmedizin / Komplementärmedizin (CAM) umfassen ein breites Spektrum von Heilmethoden, die nicht Teil der Tradition des jeweiligen Landes sind und nicht in das dominante Gesundheitssystem integriert sind.[5]


Die Begriffe Alternativmedizin und Komplementärmedizin werden gelegentlich synonym verwendet, werden aber auch zur Unterscheidung zwischen alternativen Ansätzen, in denen die naturwissenschaftlich orientierte Medizin ersetzt werden soll, und komplementären Ansätzen, in denen die naturwissenschaftlich orientierte Medizin ergänzt werden soll, gebraucht.[6][7] Im englischsprachigen Raum ist die Komplementär- und Alternativmedizin zusammenfassende Abkürzung CAM (Complementary and alternative medicine) gebräuchlich. Neuere Ansätze streben in einer Integrativen Medizin[8] eine Zusammenarbeit von konventioneller Medizin und Komplementärmedizin an.[9] Je nach geistigem Hintergrund werden auch folgende Begriffe verwendet: Unkonventionelle Medizinische Richtungen (UMR),[10] Erfahrungsheilkunde,[11] Alternative Heilmethoden, Sanfte Medizin und Ganzheitliche Medizin.[12] Mit negativer Konnotation wird der Begriff Paramedizin verwendet.[13]


In der Schweiz hat sich der Begriff Komplementärmedizin durchgesetzt[14] und auch in Deutschland wird zunehmend der Begriff Komplementärmedizin verwendet.[15] Er nimmt die Beobachtung auf, dass solche Behandlungsmethoden von den Patienten ergänzend zu konventionellen Therapien oder zur Behandlung eines Teils der Krankheiten an Stelle der konventionellen Therapien in Anspruch genommen werden.


Merkmale


Häufiges Merkmal alternativer Heilmethoden ist die (Wieder-)Entdeckung eines Verfahrens – im Alleingang durch einen Erfinder – welches sich angeblich durch das Fehlen von Nebenwirkungen und Kontraindikationen sowie eine angebliche Wirksamkeit bei vielen verschiedenen Krankheiten und in unterschiedlichen Krankheitsstadien auszeichnet. Viele Ansätze der Alternativmedizin werden als „natürlich“, „biologisch“, „alternativ“, „die Selbstheilungskräfte aktivierend“[16] oder „ganzheitlich“ bezeichnet, womit oft gemeint ist, dass es um eine Behandlung „von Körper, Geist und Seele“ gehen soll.
Alternativmedizinische Methoden können von Ärzten angeboten werden, von Angehörigen anderer Heilberufe wie zum Beispiel Heilpraktikern, aber auch von Laien.


Nicht selten werden die Therapierichtungen von sozialen Bewegungen oder bestimmten gesellschaftlichen Gruppen getragen.[17] Solche Bewegungen grenzen sich insbesondere kritisch von der sogenannten Schulmedizin ab. Teilweise zielen sie auf eine grundlegende Änderung des medizinischen Gesamtverständnisses.


Anwender alternativmedizinischer Verfahren berufen sich bei der Frage nach einer Wirksamkeit auf ihre eigene therapeutische Erfahrung, da diese angeblich eine hinreichend sichere Unterscheidung von brauchbaren und unbrauchbaren Verfahren gestattet.[18] Derartige retrospektive, subjektive Betrachtungen haben jedoch aus wissenschaftlicher Sicht keinerlei beweisenden Charakter. In Anbetracht des aktuellen Standes der wissenschaftlichen Überprüfung zum jeweiligen alternativen Heilverfahren wird dieses in aller Regel als pseudowissenschaftlich oder parawissenschaftlich eingestuft.[19]
In Studien und Meta-Analysen, welche nach modernen wissenschaftlichen Richtlinien durchgeführt wurden, ging die Wirksamkeit komplementärmedizinischer Verfahren nicht signifikant über den Placeboeffekt hinaus. Die Gefahr nicht validierter diagnostischer Methoden besteht unter anderem darin, dass im Falle falschpositiver Diagnosen unnütze Behandlungen durchgeführt werden, die im ungünstigsten Falle auch unerwünschte, überflüssige Nebenwirkungen verursachen.[20]


Viele Verfechter der Alternativmedizin behaupten − ohne eine schlüssige Begründung zu geben, warum dies so sein sollte −, dass sich die Wirksamkeit und Sicherheit ihrer Konzepte mit Methoden der evidenzbasierten Medizin (z. B. randomisierte, placebokontrollierte, klinische Doppelblindstudien) nicht überprüfen ließen, und lehnen solche Methoden daher ab. Sie argumentieren stattdessen mit anekdotischen Fallberichten und theoretischen Annahmen, die in aller Regel im Widerspruch zu der modernen Auffassung von Anatomie, Biochemie oder Physik stehen.[21]
Einteilung


In Anlehnung an die National Institutes of Health können die komplementärmedizinischen Verfahren in vier Gruppen eingeteilt werden, die sich teilweise überlappen.[7]

Es existieren auch Systeme innerhalb der Alternativmedizin, die mehrere alternativmedizinische Verfahren zusammen nutzen und deshalb nicht in das Schema passen. Dazu gehören in der traditionellen europäischen Medizin zum Beispiel die Homöopathie und Naturheilverfahren. Zu den Verfahren aus außereuropäischen Kulturkreisen gehören zum Beispiel die Traditionelle chinesische Medizin (Akupunktur), die Tibetische Medizin und Ayurveda.


Geschichte


Sozialgeschichtlich betrachtet ist die alternative Medizin seit den 1980er Jahren eine neue Erscheinungsform der medizinischen Reform- und Erneuerungsbewegungen, die seit dem Ende des 18. Jahrhunderts den Aufstieg der naturwissenschaftlichen Medizin begleiteten (vgl. Medizingeschichte). In auffälliger Weise wiederholen sich Inhalte und Formen der Auseinandersetzung in zahlreichen Versuchen, eine Alternative zur etablierten Medizin zu schaffen. Dies scheint unabhängig von den zu verschiedenen Zeiten jeweils aktuellen Problemlagen („Krisen der Medizin“) zu sein. Die Kritiken betreffen die Einstellungen zur Natur, zu Geist und Körper, zu Krankheit versus Gesundheit, zum Arzt-Patienten-Verhältnis und zur Gesundheitsökonomie.


Damit verbunden finden sich durchgängig standespolitische Konflikte und häufig von persönlichen Angriffen durchzogene erbitterte Auseinandersetzungen.[22] Die Ärzteschaft konkurriert dabei auch mit anderen Berufsgruppen wie Hebammen, Heilpraktikern, Dentisten sowie Psychologen.
Alternativmedizin im Nationalsozialismus


Hauptartikel: Medizin im Nationalsozialismus


Eine von den Nationalsozialisten anfänglich propagierte Synthese von Medizin und Naturheilkunde im Sinne einer Deutschen Medizin im Rahmen der Reichsarbeitsgemeinschaft für eine Neue Deutsche Heilkunde kam über einzelne Ansätze nicht hinaus. Ab 1936 traten die Synthesebestrebungen von Volks- bzw. Naturheilkunde und Medizin gegenüber der Kriegsvorbereitung in den Hintergrund. Die Arbeitsgemeinschaft wurde Anfang 1937 wieder aufgelöst.[23] Die Homöopathie fand im Nationalsozialismus etliche Befürworter (vgl. Homöopathie im Nationalsozialismus), breitere Untersuchungen zur Einführung in den Regelbetrieb der Medizin hatten aber so niederschmetternd schlechte Ergebnisse, dass diese Anstrengungen abgebrochen wurden.


Verbreitung


Umfrageergebnisse über die Verbreitung nichtkonventioneller Heilverfahren streuen erheblich. Allgemein ist in Deutschland jedoch in den letzten Jahrzehnten eine erheblich gestiegene Nachfrage nach sogenannten Naturheilverfahren, aber auch nach anderen Formen der Alternativmedizin zu verzeichnen.[24] Insbesondere Frauen, Befragte mit hohem Bildungsniveau, chronisch Erkrankte und Personen mit einer gesundheitsbewussteren Lebensweise nehmen in besonders starkem Maße alternative Medizin in Anspruch, oft nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zur konventionellen Behandlung. Der Gesundheitsmonitor 2002[25] zeigte, dass weniger als ein Drittel der Bevölkerung noch gar nicht mit alternativer Medizin in Berührung gekommen war und etwa ein Viertel bislang ausschließlich naturheilkundliche Substanzen oder Therapieverfahren erprobt hatte. Knapp die Hälfte hatte jedoch auch Erfahrungen mit anderen Methoden wie Homöopathie, Akupunktur usw. Am häufigsten waren alternative Heilmethoden von niedergelassenen Ärzten verordnet worden (bei rund 2/3 der Betroffenen). Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung führten 2004 15.970 Ärzte die Zusatzbezeichnung „Chirotherapie“, 13.502 die Zusatzbezeichnung „Naturheilverfahren“ und 5.538 Ärzte die Zusatzbezeichnung Homöopathie. Die Anzahl der Ärzte, die Akupunktur anwenden, wird auf 20.000 bis 50.000 geschätzt.[26] Vermutlich werden viele nichtkonventionelle Methoden noch häufiger von Heilpraktikern und im Rahmen der Selbstbehandlung bzw. Laienbehandlung angewandt. Verlässliche Daten dazu sind aber nicht bekannt. In Europa werden komplementärmedizinische Verfahren von mehr als 100 Millionen Menschen in Anspruch genommen.[27]


Eine bedeutsame Erklärung für die Attraktivität der alternativen Medizin liegt in der häufig negativen Bewertung der medikamentösen Therapie. In deutlichem Kontrast hierzu werden nicht-evidenzbasierte Methoden zum Teil sehr pauschal mit Schlagworten wie sanft, natürlich und frei von Nebenwirkungen besetzt. Viele Patienten erfahren darüber hinaus bei alternativen Therapeuten ein höheres Maß an Zuwendung und Kommunikation, so dass hier auch ein niederschwelliges Psychotherapie- oder Beratungsangebot wahrgenommen wird. Die Erfahrung eines Mangels an sprechender Medizin ist hier Motor der steigenden Nachfrage.[25] Die anthropologische und psychosomatische Medizin versuchen dieser Nachfrage im Rahmen der wissenschaftlichen Medizin gerecht zu werden.


Ökonomische Bedeutung


In Deutschland werden rund neun Milliarden Euro pro Jahr für komplementär- und alternativmedizinische Verfahren ausgegeben. Fünf Milliarden Euro davon zahlen die Patienten selbst. Vier Milliarden Euro erstatten die Krankenkassen. 40.000 Ärzte bieten entsprechende Therapien an.[28]


Rechtlicher Rahmen


Deutschland


Die Anwendung „alternativer“ Behandlungsmethoden ist in Deutschland grundsätzlich erlaubt, solange kein Verstoß gegen die guten Sitten im Sinne von § 138 BGB und § 228 StGB vorliegt. Vor Anwendung solcher Methoden ist der Patient umfänglich über etwaige Risiken und Nebenwirkungen aufzuklären. Steht eine erfolgversprechendere anerkannte Therapie zur Verfügung, muss der Patient hierüber vorrangig aufgeklärt werden. Zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) dürfen nur Leistungen abgerechnet werden, die notwendig und wirtschaftlich vertretbar sind; beides wird für alternative Methoden in der Regel bezweifelt. Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden dürfen zu Lasten der Krankenkassen nur abgerechnet werden, wenn der Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen den diagnostischen oder therapeutischen Nutzen, die medizinische Notwendigkeit und die Wirtschaftlichkeit der neuen Methode bewertet und in Richtlinien nach § 92 SGB V Empfehlungen über die Anerkennung abgegeben hat. Leistungen im Rahmen alternativmedizinischer Behandlungen werden von der deutschen GKV meist nicht übernommen und können dann nur privat in Rechnung gestellt werden. Über die ggf. selbst zu tragenden Kosten ist der Patient aufzuklären.[29]


Die Debatte um die Durchführung alternativmedizinischer Behandlungsmethoden oder Verordnung entsprechender Arzneimittel zu Lasten der Solidargemeinschaft führte immer wieder zu Rechtsstreitigkeiten.[30] Am 1. Dezember 2011 hat der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Verbesserung der Versorgungsstrukturen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-VStG) beschlossen.[31] Darin aufgenommen ist eine Klarstellung im Leistungsrecht, dass Versicherte mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung, für die eine allgemein anerkannte, dem medizinischen Standard entsprechende Leistung nicht zur Verfügung steht, eine noch nicht allgemein anerkannte Leistung beanspruchen können, wenn Aussicht auf Heilung oder eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf besteht[32] (Klarstellung des Geltungsumfangs des Beschlusses des Bundesverfassungsgerichts vom 6. Dezember 2005, BvR 347/98[33]).


Homöopathische Arzneimittel mit einem Verdünnungsgrad von mindestens 1:10.000 und ohne spezifische Heilanzeige sowie sogenannte „traditionelle pflanzliche Arzneimittel“ sind in der EU gemäß Richtlinie 2001/83/EG vom Arzneimittelzulassungsverfahren befreit. Solche Arzneimittel können nach einem vereinfachten Registrierungsverfahren in Verkehr gebracht werden. Für die Registrierung müssen lediglich die pharmazeutische Qualität und Unbedenklichkeit, nicht jedoch die therapeutische Wirksamkeit nachgewiesen werden, eine Indikation darf nicht angegeben werden. Die weitergehende Zulassung wird von Land zu Land verschieden gehandhabt. Nach dem deutschen Arzneimittelgesetz sind bei der Zulassung von Arzneimitteln bestimmter Therapierichtungen (Homöopathie, anthroposophische Medizin sowie Phytotherapie) die medizinischen Erfahrungen der jeweiligen Therapierichtungen zu berücksichtigen.[34]


Schweiz


In der Schweiz wurden Verfahren außerhalb der wissenschaftsbasierten Medizin seit 2005 von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung nicht mehr erstattet (vorher wurden Homöopathie, anthroposophische Medizin, Phytotherapie, traditionelle chinesische Therapie und Neuraltherapie bezahlt). Die eidgenössische Abstimmung vom 17. Mai 2009 ergab jedoch eine Zweidrittelmehrheit für einen Verfassungszusatz, der die Regierung verpflichtet, komplementärmedizinische Verfahren wieder zu berücksichtigen. Ähnlich wie in anderen Ländern fordern die Schweizer Krankenkassen für zu erstattende Methoden den Nachweis der Wirksamkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit.
Zur Umsetzung dieses Verfassungszusatzes werden ab 2012 die Homöopathie, anthroposophische Medizin, Phytotherapie, traditionelle chinesische Therapie und Neuraltherapie unter bestimmten Voraussetzungen wieder von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung bezahlt. Diese Regelung gilt provisorisch bis Ende 2017. In dieser Zeit gelten Wirksamkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der fünf komplementärmedizinischen Methoden als teilweise umstritten und werden hinsichtlich dieser Kriterien evaluiert.[35]


Forschung


An einigen deutschen Universitäten gibt es Forschungsprojekte zur Komplementärmedizin, die hauptsächlich von Stiftungsgeldern, von den Krankenkassen im Rahmen von Modellprojekten und zu einem kleinen Teil von der Industrie gefördert werden.


Die Deutsche Krebshilfe hat 2012 das bis dahin größte Forschungsprojekt über die Wirksamkeit von Alternativmedizin bei der Krebsbekämpfung gestartet und dafür 2,5 Millionen Euro aus Spendengeldern der von Mildred Scheel gegründeten Organisation bereitgestellt. Koordiniert wird das KOKON (Kompetenznetz Komplementärmedizin in der Onkologie) genannte interdisziplinäre Verbundprojekt von der Onkologie des Klinikums Nürnberg im Zusammenwirken mit: Universitätsklinik Hamburg Eppendorf, Universitätsklinik Rostock, Charité Berlin, Universitätsklinik Frankfurt/Main, Hans-Bredow Institut Hamburg, Klinikum Fürth und Klinik für Tumorbiologie Freiburg.[36] Mit dem auf drei Jahre konzipierten Projekt kommt die Deutsche Krebshilfe dem Wunsch vieler Krebspatienten entgegen, sich auch mit komplementären und unkonventionellen Heilmethoden auseinanderzusetzen. Ziel der Initiatoren ist es, verlässliche und wissenschaftlich ausgewertete Informationen für Patientinnen und Patienten sowie für alle an der Versorgung von Krebskranken beteiligten Berufsgruppen bereitzustellen.[37] Annähernd die Hälfte der Krebspatienten will durch ergänzende Maßnahmen zur eigenen Heilung beitragen.[38] Von 2010 bis Ende 2012 läuft unter dem Akronym Cambrella[39] ein von der Europäischen Union mit 1,5 Millionen Euro ausgestattetes dreijähriges Projekt, das ein Netzwerk von 16 europäischen Forschungseinrichtungen in 12 Ländern im Bereich der Komplementärmedizin mit dem Ziel einer internationalen Kooperation und Koordination aufbauen soll.[40]


Ausbildungsmöglichkeiten


Für die komplementärmedizinischen Methoden Akupunktur, Chirotherapie, Homöopathie und Naturheilverfahren sind von den Ärztekammern Weiterbildungsvorschriften erlassen worden. Nach bestandener Prüfung darf als Qualifikationsnachweis die jeweilige ärztliche Zusatzbezeichnung getragen werden, die u. U. auch Voraussetzung für die Abrechenbarkeit mit den Krankenkassen ist.
Ärzte, Apotheker, Psychotherapeuten und andere Berufsgruppen mit einem akademischen Abschluss können einen berufsbegleitenden Masterstudiengang für Komplementärmedizin-Kulturwissenschaften-Heilkunde an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) absolvieren. Nach 4 Semestern und erfolgreicher Prüfung erhalten die Absolventen den Titel eines Master of Arts.[41]
Literatur

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Matthias Breidert, Karl Hofbauer: Placebo: Missverständnisse und Vorurteile. In: Deutsches Ärzteblatt. 2009, 106(46), S. 751–755. (online), Zugegriff am 18. November 2009.
  2. Dylan Evans: Placebo: the belief effect. HarperCollins, 2003, ISBN 0-00-712612-3; (Review)
  3. R. Barker Bausell: Snake Oil Science: The Truth About Complementary and Alternative Medicine. Oxford University Press, 2009, ISBN 978-0-19-538342-3. (Review)
  4. EU fördert Komplementärmedizin. PDF aus Naturamed 3/2010, S. 8.
  5. World Health Organisation (WHO) - Traditional Medicine: Definitions. Who.int. 17. August 2010. Abgerufen am 25. September 2010.
  6. „Als komplementärmedizinische Verfahren werden derzeit alle Medizinverfahren bezeichnet, die ergänzend (complementare = ergänzen) zur Schulmedizin angewendet werden. Alternativmedizinische Verfahren sind dadurch definiert, dass sie konventionelle, d.h. schulmedizinische Verfahren ausschließen.“ Michaela Glöckler, Matthias Girke, Harald Matthes: Anthroposophische Medizin und ihr integratives Paradigma. In: Rahel Uhlenhoff (Hrsg.): Anthroposophie in Geschichte und Gegenwart. Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-8305-1930-0, S. 566.
  7. ab What Is CAM? National Institutes of Health
  8. Integrative Medizin sucht neue Heilmethoden welt-online 2008
  9. Stefan N.Willich, Matthias Girke u. a.: Schulmedizin und Komplementärmedizin: Verständnis und Zusammenarbeit müssen vertieft werden. aerzteblatt.de 2010
  10. Bundesministerium für Bildung und Forschung. Gesundheitsforschung-bmbf.de. Abgerufen am 25. September 2010.
  11. Ärztegesellschaft für Erfahrungsheilkunde e. V.. Erfahrungsheilkunde.org. Abgerufen am 25. September 2010.
  12. Rieger: Pädiatrische Pneumologie. 2. Auflage. Springer, 2004, ISBN 3-540-43627-8, S. 395.
  13. Bischoff: Leitfaden Naturheilkunde. Elsevier, Urban & Fischer, ISBN 3-437-55132-9. (online)
  14. Wörterbuch der Sozialpolitik SOZIALinfo
  15. Walter Bruchhausen, Heinz Schott: Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin. 2008, ISBN 978-3-8252-2915-3. books.google (Vorschau)
  16. Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend zu Komplementärmedizin. Bmgfj.gv.at. Abgerufen am 25. September 2010.
  17. nach Rudolf Joss, Schulmedizin und Alternativmedizin - Die Sicht der Schulmedizin. Haus zum Dolder - Referat R. Joss
  18. Noack: Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin. Elsevier, Urban & Fischer, 2007, ISBN 978-3-437-41392-6, S. 156–157.
  19. Rosalind Coward: Nur Natur? Die Mythen der Alternativmedizin. 1995, ISBN 3-88897-099-7. Rezension In: Frankfurter Allgemeinen Zeitung. 2. Juli 1996.
  20. Edzard Ernst: Komplementärmedizinische Diagnoseverfahren. In: Dtsch Arztebl. 2005; 102: A 3034–3037.
  21. M. Angell, JP. Kassirer: Alternative medicine--the risks of untested and unregulated remedies. In: N Engl J Med. 1998 Sep 17;339(12), S. 839–841. PMID 9738094.
  22. Jütte, Geschichte der Alternativen Medizin (1996), S. 14 ff.
  23. Robert Jütte: Homöopathie und Nationalsozialismus – eine historische Expertise
  24. Dorothee Häußermann: Allensbach-Studie: Wachsendes Vertrauen in Naturheilmittel. In: Dtsch Arztebl. 1997; 94(39): A-2466 / B-2108 / C-1974.
  25. a b SwissLight (PDF; 62 kB) Abgerufen am 25. September 2010.
  26. Weidenhammer, Wolfgang: Forschung zu Naturheilverfahren und Komplementärmedizin: Luxus oder Notwendigkeit? aerzteblatt.de
  27. Forschungsgelder für die Komplementärmedizin, derStandard.at. Derstandard.at. Abgerufen am 25. September 2010.
  28. Schul- und Komplementärmedizin: Miteinander statt nebeneinander. In: Deutsches Ärzteblatt. 104, Ausgabe 46 vom 16. November 2007.
  29. Reinhard Dettmeyer: 7. »Alternativ«- bzw. Komplementärmedizin. In: Medizin & Recht: Rechtliche Sicherheit für den Arzt, 2. Auflage. Springer, 2006, ISBN 3-540-29863-0, S. 143–154.
  30. Urteile von Sozialgerichten: S 7 KR 283/06 (SG Speyer), S 8 KR 321/04 (SG Düsseldorf) (Version vom 10. Februar 2009 im Internet Archive), S 18 KR 534/05 (SG Dresden); Revisionsantrag zum Urteil des SG Dresden zurückgezogen; Urteile des Bundessozialgerichts und des Bundesverfassungsgerichts: B 1 A 1/03 R, B 1 KR 5/08 R, B 1 KR 16/07 R, 1 BvR 347/98; Einigung in der Sache: [http://www2.jura.uni-halle.de/kohte/lehre/ws/20062007/v3/Termin-Bericht-20-06.pdf B 1 KR 28/05 R] (Link nicht abrufbar)
  31. Bundesrat Drucksache 785/11 vom 2 Dezember 2011, Gesetzesbeschluss des Deutschen Bundestages. GKV-Versorgungsstrukturgesetz (GKV-VStG) (PDF; 684 kB)
  32. Referentenentwurf - Gesetz zur Verbesserung der Versorgungsstrukturen in der gesetzlichen Krankenversicherung (PDF-Datei; 484 kB)
  33. Beschluss des Ersten Senats vom 6. Dezember 2005 - 1 BvR 347/98 -
  34. § 25 Arzneimittelgesetz (AMG)
  35. Mitteilung des Eidgenössischen Departements des Innern, 12. Januar 2011
  36. http://www.kompetenznetz-kokon.de
  37. Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer Deutsche Krebshilfe, 19. Juni 2012
  38. http://ict.sagepub.com/content/early/2011/10/15/1534735411423920.abstract
  39. http://web.archive.org/web/20100501055658/http://www.cambrella.eu/cambrella/ca.html Cambrella, ein Forschungsnetzwerk der EU für Alternativ- und Komplementärmedizin]
  40. Zentrum für naturheilkundliche Forschung am Klinikum rechts der Isar koordiniert EU-Forschungsprojekt: Komplementärmedizin wird europaweit vernetzt. Technische Universität München 2009
  41. Masterstudiengang Komplementärmedizin an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Master-kmkh.eu. Abgerufen am 25. September 2010.

Weblinks
 Wikibooks: Atlas der alternativen Behandlungsmethoden – Lern- und Lehrmaterialien
 Commons: Alternativmedizin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien